Der verbale Rückruf

Es ist im Alltag eines der wichtigsten Signale, wenn wir unseren Hund gerne ohne Leine laufen lassen wollen.

 

Es kann lebensnotwendig sein, den Hund zurück rufen zu können, wenn er z.B. zu dem Hund auf der anderen, viel befahrenen Strassenseite laufen möchte.

 

Kurz: Das Herankommen zum Menschen ist eines der wichtigsten Signale im Training mit Hunden. Dafür ist es zuerst einmal eine Grundvoraussetzung, dass sich unser Hund in unserer Nähe wohlfühlt. Am besten ist es, wenn wir unsere Hunde im Allgemeinen wie gute Freunde behandeln.

 

Gut geeignete Signale:

➡ „Hiiiiiiier“

➡ „zu miiiiiiier“

➡ etc.

 

Nutzen Sie das Wort, welches Ihnen am besten liegt. Es eignet sich besonders, Worte zu nehmen, die man gut dehnen kann.

 

Allgemeines zum Rückruf:

 

  • Zum guten Timing gehört es, den Hund zu rufen (ggfs. mit Pfiff), wenn er eh zu uns gelaufen kommt, uns anguckt oder gerade nichts Besonderes macht. Die Wahrscheinlichkeit, dass er dann zu uns kommt, ist schlicht und einfach höher.
  • Wir rufen seinen Namen und das entsprechende Signal nur EINMAL (zum richtigen Zeitpunkt), danach muss für den Hund eine Konsequenz erfolgen; soll heißen, wir bewegen uns zügig in die andere Richtung (oder aus einer Gruppe heraus) oder wir gehen unseren Hund einfach holen.
  • Wir loben/markieren schon dann, wenn sich unser Hund entschieden hat, zu uns zu kommen. Den ganzen Weg über zu uns, motivieren wir ihn, so dass er sich nicht von anderen Dingen ablenken lässt.
  • Wenn der Hund bei uns angekommen ist, verlangen wir kein anderes Signal - das hat mit dieser Übung überhaupt nichts zu tun. Sehr wohl sollten wir unseren Hund ab und an „einparken“ über das automatische Hinsetzen, wenn wir unsere Hand zur Brust führen. 
  • Jedes Mal, wenn der Hund auf unser Signal hin zu uns gekommen ist, lösen wir die Situation abschließend durch unser persönliches „Auflösesignal“ auch wieder auf und geben den Hund „frei“.

 

Der Ablauf: 

 

1x der Name rufen (wenn überhaupt) -> sobald Hund guckt, geben wir das Rückruf-Signal (z.B. „Hiiiiier“) -> hocken uns hin (oder Eindrehen) -> wir geben das Lob (z.B. „Prima“), sobald unser Hund den ersten Schritt auf uns zu macht -> feuern ihn an bis er bei uns ist (Wakka, wakka, wakka,…)  und -> belohnen ihn dann ausgiebig (mit Futter, Spielzeug, etc. ABER dabei nicht über den Kopf streicheln) und abschließend -> die Übung beenden (z.B. „Lauf“), wenn er uns noch anschaut

 

Rückruf-Übung: „10 am Tag“:

 

Dieses Signal ist das alltägliche Signal, welches dem Hund deutlich macht, dass er mal eben kommen soll. Damit es funktioniert muss eine gewissen Routine geübt werden. Jedes Familienmitglied packt sich morgens 10 Leckerbissen für den ganzen Tag in die Tasche. Der Hund wird nun 10 Mal täglich von jedem einzelnen Familienmitglied nach dem oben genannten Schema gerufen.

 

Reagiert der Hund im Haus zuverlässig, kann man die Ablenkung steigern. Erst im Garten, dann vor dem Haus und später auch auf den Spaziergängen. Auch die Entfernung vom Hund zum Mensch kann variiert werden.

 

mögliche Belohnungen sind:

  • irgendwo Hinlaufen lassen
  • Schnüffeln lassen
  • Futter geben
  • 30 Sekunden Super-Futter oder Spieleparty
  • Wechselnde Super-Leckerbissen
  • Futterspiele (z.B. Mäuschenspiel)
  • Suchspiele
  • Interaktive Spiele mit dem Menschen
  • Je überraschender und unvorhersehbarer, desto besser

 

Wir bestücken also eine Belohnungstrommel, die immer eine Überraschung bereit hält, aber niemals eine Niete!

 

Damit dieses Signal stabil wird und bleibt muss es so unterschiedlich wie möglich verstärkt werden.

 

Alles, was dem Hund eine Belohnung ist, ist auch gleichzeitig eine Ablenkung. Mit diesen Ablenkungen kann man gut trainieren.

 

Generell sollten wir beim Rückruf immer eine wenig bedrohliche Körperhaltung für den Hund einnehmen:

 

  • Körperschwerpunkt nach hinten verlagern
  • uns seitlich stellen
  • uns hinhocken
  • den Hund nicht mit der Leine in der Hand empfangen
  • nicht nach ihm „grabschen“, um ihn einzufangen
  • nicht schimpfen

 

Deine Hundepsychologin und Shopbetreiberin

Daniela J. Braun

 

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