Das Markersignal

Ein Markersignal ist ein deutlich wahrnehmbares Signal, welches zuverlässig eine Konsequenz vorhersagt. Es zeigt dem Hund sehr eindeutig: „Gut gemacht!“. 

 

Hunde zeigen immer ein Verhalten, auch wenn sie miteinander spielen. Aus diesem Fluss von Verhalten, markieren Sie, dasjenige Verhalten, welches Ihnen gut gefällt; so wie man in einem Text wichtige Stellen mit einem dicken Stift markiert.

 

Ziel ist es, dass der Hund das gewünschte Verhalten häufiger zeigt und unerwünschtes Verhalten weniger bis gar nicht mehr gezeigt wird.

 

Woher soll der Hund sonst wissen, was Sie gut finden, wenn Sie es ihm nicht eindeutig kommunizieren können?!? Ein Training ohne diese Eindeutigkeit, behindert den Lernprozess sehr stark.

 

Dabei verknüpfen Sie einen bislang unbedeutenden Reiz mit einer für den Hund direkten Konsequenz. Folgende Signale eigenen sich als Markersignal. 

 

akustische Reize

taktile Reize

(blind oder taub)

optische Reize

(taub)

Clicker

Berührungen

Handbewegungen

Wort 

(gut, zack, top, etc.)

Vibrationshalsband

Lichtblitze

Geräusch

 

 

Pfeife

 

 

Zungenschnalzen

 

 

 

 

Markersignal in 3 kleinen Schritten aufbauen:

 

Die Konsequenz (Futter, Spielzeug, Clicker, etc.) haben Sie zur Hand, so dass der Hund es nicht sehen kann. Der Hund befindet sich in Ihrer Nähe. 

 

Schritt 1:

  • Markersignal produzieren
  • einen Futterbrocken gut sichtbar auf den Boden lagen
  • warten bis Hund zu uns guckt
  • Markersignal -> Futter usw. 
  • ca. 5 Mal wiederholen
  • kurze Pause machen

 

Schritt 2:

  • Markersignal produzieren
  • und einen Futterbrocken hinlegen
  • Hund frisst diesen
  • erneut Markersignal geben BEVOR Hund wieder zu uns guckt
  • und wieder einen Futterbrocken hinlegen
  • 5 Mal wiederholen
  • Ziel: Hund wendet sich auf das Markersignal mit Erwartung einer Blohnung zum Menschen hin
  • kurze Pause machen

 

Schritt 3

  • Markersignal in Verbindung mit Übungen geben, die der Hund gerne macht und gut kann
  • Signal (z.B. Sitz) -> Hund setzt sich -> Markersignal -> Belohnung
  • Ziel: Hund versteht, dass Markersignal immer dann kommt, wenn er etwas richtig gemacht hat und immer ein Versprechen auf eine Belohnung ist.

 

Diese 3 Schritte machen sie anfangs im Haus, dann im Garten, vor dem Haus, unterwegs auf dem Spaziergang. Der Hund lernt dadurch, dass es überall die gleiche Bedeutung besitzt.

 

Nach einem Markersignal, MUSS eine, für den Hund, direkte Konsequenz folgen. Optimal ist es, wenn die Belohnung zur aktuellen Motivation des Hundes passt.

 

 

Aufladen im Alltag:

  • Am besten gibt man das Markersignal immer kurz BEVOR es für den Hund etwas Belohnendes gibt. Beispiele:
  • Hund hat Durst: Marker -> Wasser im Napf anbieten
  • Hund möchte baden gehen: Hund ansprechen -> Marker -> ins Wasser gehen lassen
  • Fressnapf: Marker -> Fressnapf hinstellen
  • Kuscheln: Marker -> Streicheln/Massage

 

Wenn wir ein Bedürfnis des Hundes wahrnehmen und wir können dieses befriedigen, dann geben wir einfach den Marker davor (der Hund muss nichts dafür gemacht haben). 

So lernt der Hund sehr zuverlässig und nachhaltig, dass nach dem Marker immer eine Belohnung kommt.


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