Dein Hund und der Hundefriseur - Angela Rogowski

 

Immer wieder kommen Menschen mit ihrem 6 Monate alten Junghund zu mir in den Hundesalon und wollen, dass er schön gemacht wird.Das ist dann aber oft nicht so einfach, weil der Hund bis zu diesem Zeitpunkt, keinerlei Erfahrung mit der „gruseligen“ Badewanne, der vibrierenden Maschine, der klappernden Schere und dem Föhn, der so laut wie ein Staubsauger ist, gemacht hat. Ich empfehle an dieser Stelle, sobald Sie Ihren Welpen bekommen haben und Sie wissen, dieser muss später frisiert werden, weil er langes Fell bekommt, viel Unterwolle, rauhes Trimmhaar bekommt oder Haare, die nie aufhören zu wachsen. Suchen Sie sich einen Hundefriseur Ihres Vertrauens und fragen Sie nach 2-3 Welpen-Eingewöhnungs-Besuchen, die kosten meist gar nichts oder nur wenig. 

Zusätzlich können Sie vorher Zuhause trainieren, um Ihrem Hund die zukünftigen Hundefriseurbesuche zu erleichtern:

 

Bürsten und Kämmen:

Sie können Ihren Welpen von Anfang an, wenn Sie ihn Bürsten und Kämmen (das können Sie mit jedem Hund jeder Rasse tun) auf einen Tisch stellen mit einer Decke drunter, die rutschfest ist.

So gewöhnt der Welpe sich daran, dass Pflege immer oben stattfindet und nicht im Liegen auf der Couch. Damit Ihr Welpe schön mit macht, geben Sie ihm gerne Leckerchen (oder Futtertube) dabei, das zählt für jede weitere Übung auch.Fortgeschrittene Welpen oder Musterschüler bekommen Leckerchen nur noch, wenn Sie einfach still stehen und warten. Das macht es Ihrem Hundefriseur später viel leichter.

Die Ohren und Pfoten:

Sie können auch die Ohren aufklappen (wenn es keine Stehohren sind) und einfach mal mit den Fingern darin gucken, nur vorne in der Muschel nicht zu trief in den Gehörgang. Diese Übung kann helfen, wenn dem Hund seine Haare in den Gehörgang wachsen und sie später gezupft werden müssen.

Ebenso nehmen Sie immer mal wieder die Pfoten hoch, fassen diese überall an und halten Ihr vibrierendes Zahnbürstenende (siehe nächsten Tipp) an die Pfoten.

 

Die Schermaschine: 

Wenn Sie keine Schermaschine Zuhause haben, tut es auch ein elektrischer Rasierer oder eine elektrische Zahnbürste.

Nein, Sie sollen den Hund nicht schon mal scheren, egal was von den drei Dingen Sie nehmen, drehen Sie das Gerät um und streichen Sie sanft mit dem Ende (z.B. der Zahnbürste) über den Körper Ihres Hundes, dabei sollte das Gerät erstmal aus und später eingeschaltet sein, so kann sich Ihr Hund an die Vibration und das Brummen gewöhnen und beim Hundefriseur erschrickt Ihr Welpe nicht mehr. Diese Übung ist Gold wert!

 

Die Schere:

Nehmen Sie eine Schere, deren Schneideblätter Geräusche beim Öffnen und Schließen machen.

Wenn Ihr Hund entspannt irgendwo liegt, gehen Sie in die Nähe (nicht zu nah, Verletzungsgefahr) und machen Sie einfach Geräusche mit der Schere und 

geben Ihm direkt ein Leckerbissen. Wenn er neugierig ist oder entspannt liegen bleibt, machen Sie mehrere Geräusche hintereinander und geben dann eine Belohnung. Somit wäre auch gesichert das ihm das Scheren-Geräusch nicht mehr erschrecken wird.

 

Die Badewanne:

Egal was Sie gehört haben, Sie können Ihren Welpen (jeglicher Rasse) von Anfang an baden! Benutzen Sie dabei bitte kein Babyshampoo sondern ein mildes Shampoo speziell für Welpen. Hunde sind keine Menschen und haben einen  anderen PH Wert. Normales Shampoo würde auf ihrer Haut brennen. Beginnen Sie, Ihren Welpen ab und an in die Badewanne zu setzen (auf rutschfeste Unterlage achten) und lassen Sie ihn dort ein paar Leckerbissen suchen und fressen. Beim nächsten Mal, lassen Sie dabei das Wasser laufen, später berührt das Wasser seine Pfoten, etc. Machen Sie immer dann eine Pause, wenn ihr Welpe noch KEINE Stresssymptome wie hecheln, flüchten, gähnen, fiepen, etc. zeigt. Die ersten paar Versuche sind also noch keine wirkliche Badeaktion. Je mehr Zeit Sie sich bei diesem Schritt lassen, desto entspannter wird Ihr Hund ein Leben zu baden sein.

Baden Sie Ihren Welpen immer behutsam und mit angenehm warmen Wasser, das entspannt nicht nur uns Menschen.

 

Der „böse“ Föhn:

Da Sie vermutlich keinen professionellen Pet Blower zu Hause haben, nehmen Sie gerne Ihren normalen Föhn, machen Sie ihn einfach immer mal wieder an, wenn der Hund entspannt ist oder abgelenkt ist und verknüpfen Sie dieses Geräusch und den Luftzug mit etwas angenehmen, wie Futter oder Leberwurst aus der Tube.

Wenn er sich gar nicht mehr beeindruckt zeigt, können Sie es wagen, ihn nach dem Baden auch mal stellenweise zu föhnen und zu bürsten (so vermeiden Sie in Zukunft Filz).

Wenn er ängstlich reagiert, vergrößern Sie die Entfernung und steigern nur behutsam die Nähe zum Hund und geben noch mehr verlockende Leckerbissen dabei.

 

Kleiner Tipp wenn Sie das erste mal Ihren Welpen föhnen, halten Sie ihn gut fest, viele Hunde erschrecken sich wenn der Luftzug Sie das erste mal berührt.

 

Wenn Sie diese Tipps konsequent und liebevoll mit Ihrem Hund üben, wird er ein gern gesehener Musterschüler beim Hundefriseur ihrer Wahl werden.

 

 

Viel Spaß beim Üben!

Angela Rogowski

Hundefriseurin bei Jederhund

 

 


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